Coaching Führungskräfte in Workshops mit dem Ziel des Training Führungskräfte für betriebliche Krisensituationen.
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Mit Sprints schaffen wir keine langen Strecken 23. März 2017

In der Welt der Unternehmen und Betriebe verändern sich Dinge schnell. Was bis eben noch galt, verliert plötzlich seine Bedeutung. Anders ausgedrückt: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ Der Produzent solcher Aussagen sollte allerdings damit rechnen, dass auch seine aktuellen Statements als Geschwätz aufgefasst werden. Welche Bedeutung hat Geschwätz? Vermutlich keine. Geschwätz hat keine Aussage und ist insofern nicht relevant. Wer seine Aussagen in kurzen Takten revidiert oder revidieren muss, sollte sich Gedanken darüber machen, ob er überhaupt dazu in der Lage ist, relevante Beiträge zum Wohl seines Unternehmens zu leisten.

Aber Vorsicht. Wir leben nicht mehr in der alten Welt. Wir leben in der neuen Welt. Die ist global – und digital, da ändern sich die Dinge schnell.

Sind es wirklich die Dinge, die sich schnell ändern? Oder werden wir nur schneller unsicher, ob unsere Entscheidungen und Handlungen richtig sind – oder noch richtig sind. Es ist ja nicht die Welt, die sich schneller dreht. Und die Uhren ticken auch nicht schneller als vor fünfzig Jahren. Es sind die Informationen, die sich deutlich schneller durch die Welt bewegen. Dadurch versorgen wir uns zunehmend mit Fakten (oder mit etwas, was wir für Fakten halten), welche unsere Entscheidungen plötzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und schon gerät die Entscheidung in Gefahr. Wer will schon Verantwortung für eine falsche Entscheidung übernehmen? Dann doch lieber die Entscheidung revidieren und durch eine andere Entscheidung ersetzen. Bis das Netz uns wieder mit neuen Informationen versorgt. Und so schaffen wir es, ganze Entscheidungskaskaden zu erschaffen, ohne dass sich dabei das Geringste auch tatsächlich bewegt. Analog zu einem Song unserer Tage: „Ich bin ständig erreichbar – und erreiche doch gar nichts.“

Wir haben einen hohen Bedarf an Informationen. Warum? Um uns sicher zu fühlen. Wer gut informiert ist, der weiß Bescheid? Und das schützt uns vor falschen Entscheidungen. Vorsicht! Das ist ein krasser Denkfehler. Wer Entscheidungen trifft, kann nie sicher sein. Und wer sich nicht sicher ist, der ist nun einmal unsicher. Das ist unvermeidbar. Das Leben ist nicht frei von Risiken. Und wenn sich wirklich einmal herausstellt, dass eine Entscheidung falsch war, dann spricht es für ein gewisses Maß an Persönlichkeit, wenn man dazu steht – und sofern möglich, die Entscheidung korrigiert. Wo ist das Problem? Wem es allerdings an Persönlichkeit fehlt, der überprüft ängstlich seine Entscheidungen, überlädt sich mit häufig wenig relevanten Informationen und wirft dann die eigene Entscheidung über den Haufen. So sind wir beschäftigt ohne dass wir etwas schaffen.

Wir leben in einer Welt, in der Kurzatmigkeit und Unsicherheit eine unheilige Allianz eingehen. Jede unserer Handlungen wirkt sich auf die Zukunft aus. Das Dumme dabei ist, wir wissen nicht wie. Schon wieder etwas, was unsicher macht. Da sitzen Heerscharen hochbezahlter Menschen in teuren Bürogebäuden und tüfteln an einer Unternehmensstrategie. Und wenn das Ganze nicht zerredet wird, kommt es tatsächlich zu einer schriftlich fixierten Strategie und damit Festlegung. Doch worauf legen wir uns fest? Bestenfalls auf an Bedingungen geknüpfte Aussagen. Wenn die Welt so sein sollte, wie wir es uns gerade ausgedacht haben, dann sind wir in fünf Jahren die Nummer eins (worin auch immer. Hauptsache Nummer eins. Wer will schon Nummer zwei oder einfach nur gut sein?). Aber wann ist die Welt schon so, wie wir sie uns denken? Nie! Und was ist die Folge? Wir schaffen nicht, was wir uns vorgenommen und dummerweise für jeden lesbar in einer Strategie verewigt haben. Das wird spätestens nach drei Jahren absehbar. Mit der Folge, dass aufs Neue hochbezahlte Leute in teuren Büros an einer neuen Strategie tüfteln. Wie gesagt, wir beschäftigen uns aber wir schaffen nichts.

Die Halbwertzeit von Strategien, Grundsätzen, Methoden und Entscheidungen nimmt rapide ab. Wir hetzen kurzatmig durch unsere betrieblichen Welten, lokal, national und global. Wer vorankommen will, muss Meter machen. Dazu bedarf es einen langen Atem. Dieses Durchhaltevermögen ist uns zum großen Teil abhandengekommen. Und bedauerlicherweise sieht es nicht danach aus, dass sich hieran in absehbarer Zeit etwas ändern wird.

Ich möchte daran erinnern, dass dieser Blog von Führung handelt. Ich schreibe über Führungskräfte, die unter dem hier beschriebenen Problem leiden – und es trotzdem immer wieder aufs Neue erschaffen. Die eine Frage ist, was das mit den Führungskräften macht. Damit werden wir uns noch beschäftigen. Die andere Frage jedoch ist, was das mit den Mitarbeitern dieser Führungskräfte macht. Führung soll Orientierung geben. Was dagegen passiert ist Desorientierung. Sprichwörtlich beschrieben erleben die Mitarbeiter, wie das Management eine Sau nach der anderen durch das unternehmerische Dorf jagt. Was heute gilt hat morgen keine Bedeutung mehr. Diese Inflation der Ideen, Maßnahmen usw. kann doch nur dazu führen, dass keiner Maßnahme mehr getraut wird. Die Initiativen des Managements enthalten zu wenig Nährwert (oder Mehrwert) und so werden sie auch von den Mitarbeitern aufgenommen. Die Folge ist abwartender Fatalismus, der sich immer wieder bestätigt findet. Eine Haltung, die auch nicht gerade dazu beiträgt, dass Unternehmen vorankommen.

Das kann auch zu Konflikten zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern führen. Für die Jungen ist es ja die erste Sau, die gerade durch das Dorf rast. Das ist interessant und spannend. Unsere Gehirne freuen sich über neue Reize. Aber unsere Gehirne hassen Langeweile. Und die stellt sich ein, wenn sich Vergleichbares wiederholt. So bekommen wir es hin, dass Jung und Alt sich mit überflüssigen Konflikten beschäftigen. Wie gesagt, wir beschäftigen uns – aber wir schaffen nichts.

Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen.

Freundliche Grüße

Hans-W. Behrendsen

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